Die Anatomie unseres Darms
Unser Darm ist ein essenzielles Organ des Verdauungssystems und reicht vom Magenausgang bis zum After. Genau genommen beginnt er eigentlich am Mund und hört am After auf. Er wird anatomisch in mehrere Abschnitte unterteilt, die sich in ihrem Aufbau und ihrer Funktion unterscheiden. Insgesamt beträgt die Länge des Darms bei einem Erwachsenen etwa 5 bis 7 Meter.
1. Unterteilung des Darms
Der Darm wird in zwei Hauptabschnitte gegliedert:
1. Dünndarm
Der Dünndarm ist der längste Abschnitt des Darms (ca. 4–6 Meter) und der Hauptort für Verdauung und Nährstoffaufnahme. Hier herrscht eine relativ geringe Bakteriendichte, im Vergleich zum Dickdarm (1.000–10.000 Bakterien/ml Darminhalt). Er besteht aus drei Abschnitten:
Zwölffingerdarm (Duodenum):
- Länge: ca. 25 cm.
- Beginnt am Magenausgang (Pylorus).
- Hauptaufgabe: Neutralisierung des
sauren Mageninhalts mit Hilfe von Sekreten aus der Bauchspeicheldrüse und Galle. Sowohl aus der Bauchspeicheldrüse als auch aus der Galle münden kleine Gänge in den Zwölffingerdarm. - Ort der Fettverdauung und der ersten Absorption von Nährstoffen.
Leerdarm (Jejunum):
- Länge: ca. 2,5 Meter.
- Verantwortlich für die Aufnahme von Kohlenhydraten, Proteinen und Vitaminen, wie z.B. Vitamin C,A,D,E,K oder Mineralien, z.B. Magnesium, Eisen oder Zink
Krummdarm (Ileum):
- Länge: ca. 3 Meter.
- Aufgabe: Resorption von Vitamin B12, Gallensäuren und weiteren Nährstoffen.
- Übergang in den Dickdarm durch die Bauhin-Klappe (Ileozäkalklappe).
1.2. Dickdarm (Intestinum crassum)
Der Dickdarm ist ca. 1,5 Meter lang und dient der Eindickung und Speicherung des Stuhls sowie der Resorption von Wasser und Elektrolyten. Es herrscht eine hohe Bakteriendichte mit der Funktion zur Fermentation von Ballaststoffen und der Produktion von kurzkettigen Fettsäuren. (100.000.000.000 - 1.000.000.000.000 Bakterien/ml Darminhalt). Er wird in folgende Abschnitte unterteilt:
Blinddarm (Caecum):
- Der Anfang des Dickdarms.
- Trägt den Wurmfortsatz (Appendix), der eine Rolle im Immunsystem spielt.
Dickdarm (Colon):
Wird weiter in vier Abschnitte gegliedert:
- Colon ascendens (aufsteigender Ast).
- Colon transversum (querverlaufender Ast).
- Colon descendens (absteigender Ast).
- Colon sigmoideum (S-förmiger Abschnitt).
- Aufgaben: Rückgewinnung von Wasser und Mineralstoffen, Fermentation
unverdaulicher Stoffe durch Darmbakterien.
Mastdarm (Rektum):
- Letzter Abschnitt des Darms, der zur Speicherung des Stuhls dient.
- Endet am After (Anus), wo der Stuhl durch zwei Schliessmuskeln kontrolliert abgegeben wird.
2. Schichten des Darms
Die Darmwand besteht aus mehreren Schichten, die auf die Verdauung, Absorption und Schutz des Körpers spezialisiert sind:
Schleimhaut (Mukosa):
- Innere Schicht mit spezialisierten Zellen für die Nährstoffaufnahme.
- Enthält Darmzotten (Villi) und Mikrovilli, die die Oberfläche zur Nährstoffaufnahme stark vergrößern.
Unter-Schleimhaut (Submukosa):
- Enthält Blutgefäße, Nerven und Lymphbahnen zur Versorgung der Mukosa.
Muskelschicht (Muscularis):
- Besteht aus zwei Muskelschichten:
- Innere ringförmige Muskelschicht.
- Äußere längsverlaufende Muskelschicht.
- Verantwortlich für die peristaltischen Bewegungen, die den Speisebrei weitertransportieren.
Bindegewebsschicht (Serosa oder Adventitia):
- Äußere Schicht, die den Darm abdeckt und mit der Bauchhöhle verbindet.
3. Blutversorgung des Darms
Die Blutversorgung des Darms wird durch Äste der Bauchaorta gewährleistet:
Dünndarm:
- Versorgt durch die Arteria mesenterica superior.
Dickdarm:
- Oberer Abschnitt: Arteria mesenterica superior.
- Unterer Abschnitt: Arteria mesenterica inferior.
Das venöse Blut fließt über die Pfortader (Vena portae) zur Leber, wo es gereinigt und weiterverarbeitet wird.
4. Lymphsystem des Darms
Das lymphatische System des Darms spielt eine wichtige Rolle bei der Immunabwehr und beim Transport von Fetten:
- Lymphknoten entlang des Darms filtern Krankheitserreger.
- Fette werden über die Lymphgefäße (Chylusgefäße) in den Blutkreislauf transportiert.
5. Nervensystem des Darms
Der Darm hat ein eigenes Nervensystem, das sogenannte enterische
Nervensystem (ENS), das oft als „Darmgehirn“ bezeichnet wird:
- Es steuert autonom die Darmbewegung und Verdauungsprozesse.
- Steht in enger Verbindung mit dem Zentralnervensystem über die Darm-Hirn-Achse.
Fazit
Die Anatomie des Darms ist beeindruckend komplex und fein abgestimmt, um die Funktionen der Verdauung, Nährstoffaufnahme und Immunabwehr zu erfüllen. Die Unterteilung in Dünn- und Dickdarm sowie die mikroskopischen Anpassungen (z. B. Darmzotten) verdeutlichen, wie effizient der Darm als zentrales Organ des Verdauungssystems arbeitet.
epikur Trilogy
Für deine Darmgesundheit.